Was bewirkt Mukoviszidose?

Es ist eine Allgemeinerkrankung, welche den Zustand des Mukus verändert. Dieses durch Drüsen hergestellte organische Produkt, befindet sich unter anderem in den Bronchien und im Verdauungsapparat.

Bei gesunden Menschen wird in den Lungen Schleim (Mukus) produziert und dieser wird mit Hilfe der so genannten Flimmerhärchen abtransportiert, um so die Lungen sauber zu halten. Bei Mukoviszidose verhindert eine ungewöhnliche Zähigkeit des Schleims dessen vollständigen Abtransport und verursacht somit Probleme. Die Bronchien verstopfen und entzünden sich und verursachen so den Husten und den Auswurf (oder das Sputum).

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Im Verdauungstrakt sind Leber und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) betroffen. Die Pankreasenzyme gelangen nicht in den Darm und können die Verdauung der Fette und der Proteine nicht veranlassen (Pankreasinsuffizienz). Unmittelbare Konsequenzen sind Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung und verlangsamte Gewichtszunahme.

Die Krankheit entwickelt sich mehr oder weniger schnell, kennt Ruhephasen, gefolgt von besonders schwierigen Phasen; sie bleibt jedoch während des gesamten Verlaufs besonders besorgniserregend.

Um sie richtig zu behandeln, darf nichts improvisiert oder vernachlässigt werden, auch wenn alles günstig zu verlaufen scheint.

Leider findet man noch allzu oft eine Verschlechterung des Lungenzustandes bei Kindern, bei denen zu spät die Behandlung einer Erkältung, einer Angina oder einer Grippe angefangen wurde…

Eine entsprechende Überwachung durch den behandelnden Arzt in Koordination mit dem nächsten spezialisierten Zentrum ist unabdinglich.

Die meisten Patienten im Kindes- und Jugendalter besuchen regelmäßig spezialisierte Mukoviszidosezentren (kurz Mukozentren) in den Nachbarländern. Diese Mukozentren wurden eingerichtet um die multidisziplinare Behandlung der Multisystem-Krankheit Mukoviszidose zu gewährleisten. In diesen Zentren wird die Behandlung durchgeführt von einem Team, bestehend aus Ärzten verschiedener Fachgebiete, Physiotherapeuten, Lung-enfunktionsassistenten, Ernährungsberater, auf Mukoviszidose spezialisierte Krankenpfleger, usw.

Neuerdings gibt es in Luxemburg auch ein Mukozentrum für Erwachsene. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die ALLM.

Gibt es bei Mukoviszidose die Möglichkeit der Früherkennung?

In einigen Regionen im Ausland wendet man eine allgemeine Früherkennung an, das so genannte neonatale Screening. Dies geschieht in der ersten Lebenswoche.

Im Anschluss an die Blutentnahmen zur Früherkennung anderer Krankheiten wird ein zusätzlicher Mukoviszidosetest angewandt. Es handelt sich um einen Tropfen Blut, welcher an der Ferse des Neugeborenen entnommen wird und in welchem der Gehalt eines besonderen Enzyms, des Immunreaktiven Trypsins (I.R.T.) bestimmt wird.

Auch hier werden Schwellwerte gesetzt. Dieser Test muss anschließend durch den Schweißtest bestätigt werden, da erhöhte I.R.T. Gehalte auch durch andere Krankheiten als die Mukoviszidose hervorgerufen werden können.

Durch die relativ hohe Anzahl von Fehldiagnosen, wird diese Art von Früherkennung noch nicht allgemein angewandt. Es besteht Hoffnung, dass diese Fehldiagnosen in den nächsten Jahren minimiert oder ausgeschlossen werden können.

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